Padasevana Bhakti & Karma Yoga im Hatha Yoga Unterricht

Autor*in:Florian Keller, IFY Teacher Training Halle 2019/2020
Kommentar:Alle abgebildeten Abschluss- und Hausarbeiten im Spiritainment sind im Rahmen von Inner Flow Yoga Ausbildungen entstanden. Sie sind weiter geistiges Eigentum der Autor*innen und werden mit deren freundlicher Genehmigung hier veröffentlicht.

Mögliche Wege von der Individualpraxis zur bewussten Gemeinschaftserfahrung

Wenn ich mich mit Menschen über Yoga unterhalte oder mir Personen von ihrer Yogapraxis erzählen, dann bedeutet Yoga in der Regel: „Ich habe mich mit mehreren Leuten in einem Raum getroffen, um unter Anleitung zu atmen, meinen Körper mehr oder weniger intensiv zu bewegen und mich danach in eine Entspannung führen zu lassen“. Meiner Erfahrung nach wird der Begriff „Yoga“ nahezu immer gleichbedeutend mit Hatha-Yoga und dessen zahlreichen Spielarten verwendet, die sich über die Jahre herausgebildet haben. Dabei ist den Rücken-Yoga-, Frauen-Yoga-, Ashtanga-Yoga-, Vinyasa-Yoga-, oder Power-Yin-Chillax-Flow-Yoga-Klassen eines gemeinsam: man trifft sich zwar als Gruppe in einem Raum, aber am Ende der Stunde haben alle für sich allein auf der Matte geübt.

Dagegen spricht auch erstmal nichts. Jede und jeder kann nur für sich selbst atmen, den eigenen Körper bewegen und sich selbst entspannen – zumindest solange wir davon ausgehen, dass die Schülerinnen und Schüler noch nicht in der Lage sind, ihr Bewusstsein vom Körper zu lösen und in einem kollektiven Einheitsbewusstsein aufzugehen, in dem ein gegenseitiges Arbeiten an den Individualkörpern durch Seelenwanderung möglich ist. Zwinker-Smiley.

Durch die Fokussierung auf die Arbeit mit dem konkreten Körper ist dieser individualistische Ansatz dem Hatha-Yoga auch erstmal inhärent. Es ist Sinn und Zweck des Hatha-Yoga einen „diamantenen Körper“ zu erschaffen, der physisch und energetisch darauf vorbereitet ist, die Verschmelzung des Individualbewusstseins mit dem göttlichen Einheitsbewusstsein auszuhalten (vgl. Feuerstein, S. 82). Ich kann mir auch gut vorstellen, dass gerade dieser Fokus auf das Körperliche, die individuelle Aufzucht des eigenen Körpers zu einem leistungsfähigen und stressresistenten Werkzeug, genau das ist, was Hatha-Yoga in den westlichen Gesellschaften zu einer Trendsportart mutieren ließ.

Aber aus meiner Perspektive verschenkt dieser individualistische Unterrichtsstil ganz viele Erfahrungsspielräume, die eine Yoga-Gruppenpraxis bieten könnte. Warum sollte man es nicht nutzen, dass sich mehrere Gleichgesinnte gemeinsam in einem Raum treffen, um Yoga zu erfahren? Vielleicht bieten andere Yoga-Pfade Inspirationen, um den modernen Hatha-Yoga-Unterricht zu bereichern und zu einer Gemeinschaftserfahrung werden zu lassen?

Mit dieser Frage werde ich mich auf den kommenden Seiten beschäftigen. Dazu beleuchte ich zunächst die verschiedenen Pfade des Yoga-Systems, um mögliche Ansätze für bewusste Gemeinschaftserfahrungen auszumachen. Im letzten Teil dieser Arbeit versuche ich diese Ansätze auf den modernen Hatha-Yoga-Unterricht zu übertragen.

Fangen wir an.

Die Yoga Pfade

Yoga ist nicht nur uralt, sondern auch sehr vielfältig. Auch wenn das Ziel immer die Einheit mit dem Göttlichen ist, gibt es mehrere Wege, um dieses Ziel zu erreichen. In der Literatur gibt es verschiedene Kategorisierungen der Yoga-Pfade:

Paramahamsa Sri Swami Vishwananda beispielsweise gliederte Yoga in einem seiner Satsangs in vier Pfade ein: Jnana-Yoga, Karma-Yoga, Bhakti-Yoga und Raja-Yoga (vgl. Vishwananda, S. 114). Die im Westen populären Yoga-Pfade des Hatha- und Kundalini-Yoga fallen in dieser Systematik unter den Weg des Raja-Yoga. Georg Feuerstein findet hingegen sogar acht Yoga-Pfade, die – um im Sprachbild Feuersteins zu bleiben – die acht Speichen des „Rad des Yoga“ bilden: Jnana-Yoga, Raja-Yoga, Karma-Yoga, Bhakti-Yoga, Hatha-Yoga, Mantra-Yoga, Kriya-Yoga und Samnyasa-Yoga (vgl. Feuerstein, S. 77 ff.). Einen guten Mittelweg zwischen Übersichtlichkeit und Komplexität findet Sukadev Bretz mit seiner Sechsgliederung der Yoga-Wege. Er unterscheidet: Hatha-Yoga, Kundalini-Yoga, Raja-Yoga, Karma-Yoga, Bhakti-Yoga und Jnana-Yoga (vgl. YogaWiki). Diese Aufteilung soll die Vorlage für meine weitere Beschäftigung mit den Yoga-Pfaden sein.

  • Hatha-Yoga habe ich in der Einleitung schon kurz beschrieben. Es handelt sich um einen Yoga-Pfad, bei dem die Arbeit mit dem Körper im Vordergrund steht. Durch Reinigungsübungen (Shatkarma), Körperstellungen (Asana), Atemübungen (Pranayama), feinstoffliche Körperübungen (Mudra) und Energieverschlüsse (Bandha) wird das ganze Körpersystem auf die Vereinigung des individuellen Bewusstseins mit dem göttlichen Bewusstsein vorbereitet (vgl. Satyananda, S.1 ff. & Feuerstein, S. 81 ff.).
  • Kundalini-Yoga ist eng mit dem Hatha-Yoga verwandt und gewissermaßen dessen logische Fortsetzung. Wurde das Körpersystem durch Hatha harmonisiert, kann gezielt mir der Energetisierung begonnen werden, auf die sich Kundalini-Yoga spezialisiert. Dazu nutzt es die schon beschriebenen Techniken des Hatha-Yoga und ergänzt diese um energetische und eher meditative Techniken, wie das Meditieren mit geometrischen Formen (Yantra-Yoga), Meditation mit Klang (Nada-Yoga) bzw. Rezitation (Mantra-Yoga) und die Konzentration auf die innere Schwingung (Laya-Yoga). Durch die Energetisierung des Körpers und Geistes, wird eine Erhöhung des Bewusstseinsniveaus angestrebt, welches am Ende der Bemühungen im göttlichen Einheitsbewusstsein aufgeht (vgl. Schuchart, S. 34 ff. & Radha, S. 27ff.).
  • Raja-Yoga, wörtlich übersetzt: der „königliche Yoga“, beschäftigt sich vorrangig mit mentalen Prozessen und deren Kontrolle. Dafür wird das eigene Denken analysiert und mithilfe von verschiedensten Konzentrations- und Meditationsübungen unter Kontrolle gebracht. Man kann es als den klassischen Yoga nach Patanjali bezeichnen, der mit seinem Acht-Stufen-System (Ashtanga) diesen Yoga-Weg formalisierte. Durch das Zur-Ruhe-Bringen des Geistes wird das wahre Wesen des menschlichen Selbst erkennbar, die beobachtende Lebenskraft hinter allen Handlungen – das göttliche Bewusstsein (vgl. Schuchart, S. 36 ff. & Feuerstein, S. 79 ff.).
  • Jnana-Yoga ist der Pfad des Wissens, der Erkenntnis, der Weisheit und stark mit der Schule des Vedanta verbunden. Die Weisheit des Jnana-Yogi bzw. der -Yogini entspringt nicht in erster Linie aus dem Studium der heiligen Schriften, sondern aus dem individuellen spirituellen Erfahrungswissen. Die Erfahrungen werden zunächst reflektiert, anschließend in Meditation integriert und so zu innerer Weisheit transformiert. Durch dieses Ankommen-lassen oder „Verkörperlichen“ des Wissens entsteht die Verbundenheit mit dem göttlichen Einheitsbewusstsein. Die individuelle Wissens-erfahrung wird zur göttlichen Weisheitsquelle zurückgeführt (vgl. Feuerstein, S. 83 ff.).

An dieser Stelle möchte ich kurz innehalten und feststellen, dass die vier soeben beschriebenen Yogapfade alle auf individuelle Erfahrungen fokussiert sind und die Rezeption und Adaption des Yoga im Westen stark beeinflussen. In einer „typischen“ modern-westlichen Yogastunde findet man Elemente aus allen vier Pfaden: Körperübungen aus dem Hatha-Yoga, Mantra-Rezitation aus dem Kundalini-Yoga, Meditationsübungen aus dem Raja-Yoga und die Aussicht auf das Erlangen einer inneren Weisheit aus dem Jnana-Yoga. Diese ersten vier Pfade halten also keine neuen Elemente bereit, die eine Yogastunde zu einer bewussten Gemeinschaftserfahrung machen könnten – von der kollektiven Verschmelzung mit dem göttlichen Einheitsbewusstsein mal abgesehen. Zum Glück gibt es aber noch zwei weitere Yoga-Pfade:

  • Karma-Yoga, wie es in der Bhagavad Gita gelehrt und beispielsweise von Mahatma Gandhi gelebt wurde, beschreibt den Pfad der erwartungsfreien Handlung zum Wohle der Allgemeinheit. Zweck der Handlungen soll es also nicht sein, sich selbst einen Vorteil zu verschaffen, oder sich eine Gegenleistung zu erhoffen. Vielmehr wird man ermutigt, das Handeln um des Handelns Willen auszuführen, eben weil es getan werden muss, egal mit welchem Ergebnis die Handlung abschließt. Das Ziel der Erwartungsfreiheit ist es, die Verbundenheit aller Lebewesen im handlungsleitenden göttlichen Einheitsbewusstsein zu erfahren und zu einem Werkzeug dieses Bewusstseins zu werden (vgl. ebd., S. 100 ff.).
  • Bhakti-Yoga wird auch der Yoga der Hingabe genannt. Es ist der einzige Yoga-Pfad, der sich die transformierende Kraft der menschlichen Emotionen zu Nutze macht. Das göttliche Einheitsbewusstsein wird hier als alles durchdringende bedingungslose göttliche Liebe verstanden, an der auch der Mensch Anteil haben kann. Dies geschieht, indem ganz bewusst eine liebevolle Beziehung zu einem Aspekt des Göttlichen aufgebaut und rituell gepflegt wird. Im Gegensatz zu den tantrischen Yoga-Pfaden, wie Hatha- und Kundalini-Yoga, die von einem formlosen göttlichen Einheitsbewusstsein ausgehen, nutzt der Bhakti-Yoga das Prinzip der formhaften Gottheit als Repräsentation eines Aspekts des göttlichen Ganzen, um eine persönliche Beziehung aufbauen zu können. Die Erfahrbarkeit der göttlichen Liebe ist aber nicht nur auf den hingebungs-vollen Dienst an einer persönlichen Gottheit begrenzt. Da die Liebe alles durchdringt, manifestiert sie sich auch in jedem Teil der Schöpfung – in jedem Mineral, in jedem Gewässer, in jeder Pflanze, in jedem Pilz, in jedem Insekt, in jedem Tier, in jedem Menschen, … – und ist auch in jedem Teil der Schöpfung erfahrbar (vgl. ebd., S. 90 ff.).

Sowohl Karma- als auch Bhakti-Yoga verlassen die bisher dominierende Individualebene und öffnen Yoga für kollektive Erfahrungen. Aus diesem Grund möchte ich mich nachfolgend intensiver mit den jeweiligen Praktiken der beiden Yoga-Wege auseinandersetzen, um nach möglichen Anknüpfungspunkten zu suchen, mit denen sich der individualistisch geprägte moderne westliche Yoga-Unterricht zu einer bewussten Gemeinschaftserfahrung ausbauen lässt.

Karma-Yoga und Bhakti-Yoga en detail

Das Besondere am Karma-Yoga ist, dass Theorie und Praxis hier zusammenfallen. Wie bereits erläutert ist das Ziel im Karma-Yoga, die eigenen Handlungen von Ich-bezogenen Erwartungen zu befreien und das ist gleichzeitig auch der Übungsweg – handeln, ohne etwas davon zu erwarten. So einfach wie sich das jetzt liest ist es aber bei weitem nicht. Es bedarf einiges an Übung. Denn die große Frage, die sich an dieser Stelle aufdrängt, ist: wie erlernt oder vermittelt man Erwartungsfreiheit, ohne beim Ungeübten Assoziationen mit Hoffnungslosigkeit, Depression, oder Stillstand hervorzurufen – besonders in unserem westlichen Kulturraum, der von Leistungsansprüchen, Kosten-Nutzen-Abwägungen und anderen Erwartungshaltungen geprägt ist?

Die Erwartungsfreiheit im Karma-Yoga setzt ein bestimmtes Weltbild voraus: die Annahme, das es eine göttliche Kraft gibt, die durch ihre eigene Schöpfung handelt. Und um Karma-Yoga auch in den Alltag zu integrieren oder im Yoga-Unterricht zu vermitteln, bedarf es eines tiefen Vertrauens in dieses Weltbild seitens der Schülerinnen und Schüler. Dieses Vertrauen ist nicht aktiv von außen herstellbar. Es erwächst im besten Falle durch eigene spirituelle Erfahrungen, die das eben beschriebene Weltbild festigen. In diesem Sinne kann authentischer Karma-Yoga als eine Frucht des Jnana-Yoga begriffen werden, dessen Samen durch Raja-Yoga gelegt wurde.

Dennoch ist die dem Karma-Yoga inhärente Allgemeinwohlorientierung ein bedeutender Anstoß, um die individualistische Yoga-Unterrichtspraxis für eine bewusste Gemein-schaftserfahrung zu öffnen und gleichzeitig yogische Umgangswerte zu vermitteln.

Im Vergleich zum Karma-Yoga weist der Pfad des Bhakti-Yoga eine größere Formenvielfalt auf, die sich auch für den Yogaunterricht adaptieren lässt. Traditionellerweise werden neun Formen des Bhakti unterschieden, wobei drei dieser Formen unterschiedliche Beziehungen zum Göttlichen beschreiben (Para Bhakti) und die weiteren sechs Formen verschiedene äußere Handlungen definieren, um die Beziehung zum Göttlichen zu pflegen (Apara Bhakti).

Da die Formen des Para Bhakti wieder stark individueller Natur sind, spielen sie für meine Suche nach Methoden für eine bewusste Gemeinschaftserfahrung im Yoga-Unterricht nur eine untergeordnete Rolle. Der Vollständigkeit halber und zum besseren Verständnis des Bhakti-Pfads möchte ich sie trotzdem kurz skizzieren:

  • Dasya beschreibt die Beziehung zum Göttlichen, in der sich die Schülerin oder der Schüler als Dienerin oder Diener des Göttlichen empfindet und eine starke Sehnsucht nach der Gesellschaft des Göttlichen empfindet (vgl. Feuerstein, S. 92 f.).
  • Sakhya beschreibt die Beziehung zum Göttlichen, in der sich die Schülerin oder der Schüler als Freundin oder Freund des Göttlichen empfindet – eine innigere und mystischere Art der Beziehung zu Gott (vgl. ebd.).
  • Atmanivedana beschreibt gewissermaßen das Ziel des Bhakti-Yoga: die Verschmelzung der Schülerin oder des Schülers mit dem Göttlichen. Durch ekstatische Ich-Transzendierung erlangt man die Weisheit um das Göttliche Selbst und geht darin ein (vgl. ebd.).

Das Schöne im Bhakti-Yoga ist, dass den Suchenden auch Werkzeuge an die Hand gegeben werden, um die individuelle Beziehung zum Göttlichen zu entdecken, zu erfahren und zu vertiefen. Das klingt für meine Suche nach geeigneten Techniken für einen bewusst-gemeinschaftlichen Yoga-Unterricht sehr vielversprechend. Schauen wir uns die sechs Formen des Apara Bhakti doch einmal genauer an:

  • Shravana bezeichnet das Anhören der göttlichen Namen, gerne auch in symbolische Göttergeschichten verwoben. Das Pantheon des Bhakti-Yoga stellt mehrere hundert Gottheiten und entsprechende Namen zur Verfügung, die jeweils einen bestimmten Aspekt des Göttlichen repräsentieren und die Hörenden hingebungsvoll stimmen (vgl. ebd.).
  • Kirtana wird das Singen von lobpreisenden Liedern (Bhajan) genannt. Meist begleitet von Musikinstrumenten und geführt von einfachen Melodien. Oft werden auch hier die göttlichen Namen gesungen, was das Singen zu einer hingebungsvollen Rück-erinnerung an das Göttliche werden lässt. Kirtana über längere Zeit praktiziert, kann durchaus ekstatische Gipfelerlebnisse erzeugen (vgl. ebd.).
  • Smarana bedeutet „Erinnerung“ – im Bhakti-Kontext Erinnerung an das Göttliche. Dies kann sich durch die ständige Präsenz des göttlichen Namens äußern, welcher sich durch Shravana, Kirtana, oder Japa-Meditation (repetitive Rezitation des göttlichen Namens in Form eines Mantras) tief im Bewusstsein der Bhakti-Yogis und -Yoginis verankert hat. Smarana kann aber auch jede andere Form einer liebend-meditativen Erinnerung annehmen (vgl. ebd.).
  • Padasevana heißt übersetzt „Dienst zu Füßen“ und bezieht sich traditionell auf das Dienen zu den Füßen Gottes als Teil zeremonieller Verehrung. Die Füße werden als Sitz der spirituellen Kraft und Gnade gesehen. Bei einem lebenden spirituellen Lehrer (Guru) symbolisiert das Beugen zu dessen Füßen die Übergabe des individuellen Bewusstseins an das göttliche Einheitsbewusstsein. Padasevana kann (und sollte) aber auch sinnbildlich verstanden werden: Da die göttliche Liebe alles durchdringt und in der gesamten Schöpfung präsent ist, bedeutet Padasevana eben auch der gesamten Schöpfung liebevoll und respektvoll zu begegnen. Durch die innere Umarmung des Göttlichen bei jeder Handlung und Tätigkeit, wird das erwartungsfreie Handeln des Karma-Yoga zu Padasevana-Bhakti – zum selbstlosen Dienst an allem, was ist (vgl. ebd.).
  • Archana ist der rituelle Aspekt des Bhakti-Yoga. Vorgeschriebenen religiösen Riten folgend, wird bspw. die persönliche Gottheit oder der persönliche Guru verehrt. Oft geschieht dies zu Hause an einem speziellen Hausaltar, oder eben gemeinschaftlich in Tempeln, zum Teil begleitet von Kirtana (vgl. ebd.).
  • Vandana bezeichnet die körperliche Verbeugung oder Niederwerfung vor dem Bildnis des Göttlichen, bzw. im Übertragenen Sinne vor der gesamten Schöpfung. Letzteres wieder in dem Bewusstsein, dass das Göttliche auch in seiner Schöpfung überall präsent, erfahrbar und entsprechend verehrbar ist. Vandana erinnert auch an das Beugen zu den Füßen des  Göttlichen im Padasevana-Bhakti und könnte als eine Methode verstanden werden, um Padasevana auszudrücken. Doch es gibt einen Unterschied in der Qualität des Verbeugens: im Padasevana-Bhakti symbolisierte die Verbeugung oder das Niederwerfen zu den Füßen einerseits die Übergabe der Individualität an das Göttliche und andererseits die Bereitschaft hingebungsvoll zu dienen. Ich will nicht behaupten, dass dies bei Vandana-Bhakti überhaupt keine Rolle spielen kann, aber hier hat die körperliche Erniedrigung eine stärker verehrungsvolle, als eine hingebungsvolle Konnotation (vgl. ebd.).

Auch die sechs Formen des Apara Bhakti lassen sich in individualistische und kollektive Ansätze einteilen. Shravana, Kirtana, Smarana, Archana und Vandana beschreiben jeweils Methoden, die der oder die Einzelne vorrangig für die individuelle Beziehungs-gestaltung mit dem Göttlichen anwenden kann. Klar – Shravana, Kirtana und Acharna sind auch hervorragende Gruppentechniken und auch Smarana und Vandana können in einem Kreis von Menschen ausgeführt werden. Der Erfahrungshorizont bleibt jedoch ein innerlicher, individueller. Allein Padasevana-Bhakti benötigt die Gemeinschaft, um das Göttliche als Bindeglied der Schöpfung in Form der allgegenwärtigen Liebe zu erfahren. Man muss gezielt mit der Schöpfung in Kontakt treten, um dem Göttlichen zu begegnen und dienen zu können.

Dieser Gemeinschaftsaspekt in Padasevana-Bhakti, der in ähnlicher Form auch im Karma-Yoga zu finden ist, macht auch diese Form des Bhakti-Yoga neben dem Karma-Yoga zu einer wichtigen Inspiration für die Gestaltung eines bewussten und gemeinschaftlichen Umgangs im modernen westlichen Yoga-Unterricht. Doch wie genau lassen sich nun die Konzepte des Karma- und Padasevana-Bhakti-Yoga in praktikable und für die westliche Kultur zugängliche Unterrichtselemente verwandeln? Mit dieser Frage möchte ich mich nun im letzten Abschnitt meiner Arbeit näher beschäftigen.

Karma-Yoga und Bhakti-Yoga im Unterricht

Bevor ich an die Adaption der zuvor betrachteten Ansätze für den Yoga-Unterricht denken kann, kommen mir zunächst einmal Fragen zur Kompatibilität in den Kopf: Sowohl Karma- als auch Padasevana-Bhakti-Yoga setzten ja die Annahme voraus, dass es das Göttliche gibt, dieses Göttliche der Quell unserer erfahrbaren Welt ist und somit auch in dieser Welt erfahrbar ist. In der yogischen bzw. hinduistischen Tradition ist dieses Paradigma fest verankert und in gewisser Weise ein natürlicher Begleiter der Alltagserfahrungen. Für den Unterricht im westlichen Kulturraum kann diese Voraussetzung aber zu ideologischen Konflikten führen.

Wie bereits am Anfang meiner Ausführungen beschrieben, assoziieren die meisten Menschen, mit denen ich in Kontakt komme, Yoga mit einem östlichen Sport- oder Entspannungsprogramm, was in gewisser Hinsicht und ohne Hintergrundwissen auch als zutreffend erscheinen kann. Orthodoxer Yogaunterricht im Westen zieht also wahr-scheinlich nur einige wenige an, die gezielt nach so einer spirituellen Schule suchen und wirkt gleichzeitig auf die Masse der Menschen wahrscheinlich eher befremdlich. Dennoch wohnen den Techniken des Yoga transformative und spirituelle Qualitäten und Wirkungskräfte inne – aus diesem Kontext stammen sie und dazu wurden sie entwickelt.

Westliche Grundwerte als Orientierung

Demnach erscheint es mir sinnvoll, eine Brücke zu schlagen und die Menschen zunächst dort abzuholen, wo sie sich auskennen und wohlfühlen. Welche Entwicklungen sich dann durch die Yoga-Praxis ergeben, bleibt offen und ist nicht vom Lehrer oder der Lehrerin zu bestimmen. Eine gute Grundlage für die Orientierung im Yogaunterricht bilden meiner Meinung nach die im westlichen Kulturkreis verbreiteten und akzeptierten Grundwerte des Humanismus: Menschlichkeit, Verbundenheit, Frieden, Gerechtigkeit, Demokratie, Mündigkeit, Aufklärung und Freiheit (vgl. Kuhr). Hier gibt es viele Übereinstimmungen mit den yogischen Werten und Idealen, die den Transport der humanistischen Idee in den Yoga-Unterricht nicht schwer machen.

Denn auch wenn das Ziel des Yoga die Vereinigung mit dem Göttlichen ist, passiert diese ja nicht plötzlich über Nacht. Yoga ist ein lebenslanger Entwicklungsweg, der die Aspiranten und Aspirantinnen Schritt für Schritt zum Göttlichen führt. Ein gern in Kauf genommener Nebeneffekt dabei: die Entwicklung zu einem „besseren“ Menschen. Denn mit fortschreitender Yoga-Praxis werden immer mehr der göttlichen Qualitäten in den Schülerinnen und Schülern lebendigen Ausdruck finden. Da sind Werte, wie beispielsweise Verbundenheit, Frieden, oder Menschlichkeit selbstverständlich und es ist letztendlich egal, ob man sie auf die göttliche Quelle, oder den Humanismus zurückführt. Ich halte die praktische Relevanz für bedeutender, als den ideologischen Rahmen, in den die Handlungen eingeordnet werden.

Mit den humanistischen Werten als Grundlage bzw. als Bezugsrahmen für den Yoga-Unterricht, ist es nicht weiter schwer, Karma-Yoga zu begründen und zu integrieren. Das ist beim Padasevana-Bhakti-Yoga schon etwas kniffliger. Zentral im Bhakti ist ja die Beziehung zu einer persönlichen Gottheit, die verehrt wird und die in ihrer eigenen Schöpfung erfahrbar ist – und genau das kann die Brücke in den westlichen Yoga-Unterricht sein! Wenn das Göttliche sich in allem ausdrückt, dann tut es das eben auch in jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer einer Yoga-Klasse. So braucht es die Abbildung in Form einer Gottheit nicht zwingend. Padasevana-Bhakti funktioniert auch in der humanistischen Idee, kann sich durch respektvollen, achtsamen und liebevollen Umgang ausdrücken – im „Dienst am Nächsten“.

“Dienst am Nächsten”

Doch wie kann dieser „Dienst“ nun konkret aussehen? Welche Elemente des typischen Yoga-Unterrichts lassen sich um eine bewusste Gemeinschaftserfahrung durch Karma-Yoga und Padasevana-Bhakti-Yoga erweitern? Gehen wir den Ablauf so einer Unterrichts-Stunde doch einfach einmal durch und schauen, welche Schnittstellen es dafür gibt.

Schon zum Beginn der Unterrichtsstunde fallen mir zwei Möglichkeiten ein, um eine bewusste Begegnung der Teilnehmenden zu ermöglichen. Zum einen ist es denkbar, für jede Stunde ein bis zwei Teilnehmerinnen oder Teilnehmer zu bestimmen, die darauf achten, dass alle Übenden mit nötigen Hilfsmitteln für die Hatha-Yoga-Praxis versorgt sind. Dazu gehört es zu prüfen – und im Zweifel dafür zu sorgen – dass alle Übungsplätze mit Blöcken, Gurten, Kissen etc. ausgestattet sind. Diese Verantwortlichkeit wechselt über die Dauer des Kurses von Person zu Person und ermöglicht es, sich im Sinne des Karma-Yogas um das Gelingen des Unterrichts und das Wohl aller Praktizierenden zu kümmern. Ein weiterer Vorteil dieser Idee ist es, dass die Hilfsmittel-Beauftragten mit allen anderen Teilnehmenden in direkten Kontakt kommen und Anknüpfungspunkte für weiterführende soziale Interaktionen entstehen. Wird dies aus Freude am Helfen und in Nächstenliebe ausgeführt, sind auch Qualitäten des Padasevana-Bhakti-Yoga in dieser Übung enthalten.

Zum anderen bietet die Eröffnung der jeweiligen Yoga-Stunde die Gelegenheit, alle Teilnehmenden in Kontakt zu führen. Ich denke da an ein kleines Begrüßungsritual, welches wie folgt aussehen könnte: Bevor sich alle für die Anfangsentspannung auf ihrer Matte zurückziehen, könnten die Teilnehmenden und auch die unterrichtende Person in einer Kreisformation zusammen kommen, um sich bewusst zu begrüßen. Dies kann stehend oder sitzend erfolgen. Dafür ist es nicht zwingend nötig, dass sich alle an den Händen fassen (auch wenn das sicher sehr verbindende Qualitäten hätte). Es würde reichen, wenn ganz bewusst Blickkontakt zu allen Personen im Raum aufgenommen würde und dann mit einer kleinen Verbeugung voreinander oder dem gemeinsam chanten einer Begrüßungsformel, wie etwa dem klassische „Namaste“, oder einem gemein-schaftlichem „OM“ der Unterricht eröffnet würde. So hätten sich alle Beteiligten gleich zu beginn der Unterrichtsstunde einmal bewusst wahrgenommen und das Gefühl der Verbundenheit kann sich ausbreiten.

Während meiner Ausbildung habe ich den sogenannten „Silent Angel“ (stummer Engel) kennengelernt. Die Idee dahinter ist simpel und gleichzeitig sehr effektiv, um das Gruppengefühl zu stärken: zu Beginn der Unterrichtsstunde zieht jeder Teilnehmer den Namen einer anderen Teilnehmerin aus einer Art „Lostopf“ und hat dann für den Rest der Stunde den Auftrag, diese Person im Blick zu behalten, sich bei Bedarf um sie zu kümmern, Hilfe anzubieten etc. Diese Technik schult neben der gemeinschaftlichen Verantwortlichkeit auch die Empathie der Teilnehmenden und kann dazu übergehen, dass sich diese fürsorgliche Grundhaltung in den Schülerinnen und Schülern verankert – ein großer Schritt in Richtung Padasevana-Bhakti.

Auch während der sich anschließenden individuellen Übungspraxis halte ich gemeinschaftliche Erfahrungen nicht für ausgeschlossen. Unterrichtet man beispielsweise eine Vinyasa-Flow-Klasse, ist es denkbar, ein an das Spiel „Ich packe meinen Koffer“ angelehntes Asana-Spiel anzubieten. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer des Kurses würde nacheinander ein Asana zum Gemeinschafts-Vinyasa hinzufügen. Auch in anderen Hatha-Yoga-Stilen, die ohne Vinyasa-Flows arbeiten, ist eine Adaption mit statischen Asanas denkbar. Dies bietet die Möglichkeit, dass sich die ganze Klasse als kreative Gemeinschaft erfährt und sich jeder individuell in die Gestaltung der Stunde einbringen kann. Außerdem lernt man die Vorlieben und Grenzen der Teilnehmenden kennen und bekommt ein Gefühl für die Gruppe, welches bestenfalls in gegenseitiger Anerkennung und Wertschätzung mündet. Eine gute Grundlage für eine Gruppendynamik im Sinne des Padasevana-Bhakti.

Neben dieser Gruppenübung, fällt mir noch die Arbeit mit Partnerübungen ein, um die Schülerinnen und Schüler in Kontakt zu bringen. Da die sogenannten Spiegel-Asanas nur mit der Hilfe eines Übungspartners oder einer Übungspartnerin funktionieren, schulen sie neben der Teamarbeit auch gleich das Bewusstsein für Hilfestellungen, die Fähigkeit Hilfe annehmen zu können und Respekt vor den Grenzen des anderen. Der Partner bzw. die Partnerin der Übung ist gleichzeitig Hilfsmittel und Guru. Wird dies erkannt und das Helfen vordergründig, sind auch die Partner-Asanas eine gute Methode, um Elemente des Karma- und Padasevana-Bhakti-Yoga in den Unterricht zu bringen.

Das Ende der Yoga-Stunde bietet wieder Platz für den Karma-Dienst der Hilfsmittel-Beauftragten, die nun alle benötigten Utensilien wegräumen können. Auch das Begrüßungsritual kann wieder aufgenommen werden und als Abschiedsritual die Yoga-Stunde abrunden. An dieser Stelle ist es auch denkbar, den Raum für Feedback, Erfahrungsaustausch und vor allem Dank zu öffnen. Denn wie die Positive Psychologie bestätigt, macht Dankbarkeit nicht nur glücklich, sondern auch demütig und führt so einen Schritt weiter in Richtung Karma- und Padasevana-Bhakti-Yoga. Mit der einfachen Frage: „Wofür bist du jetzt nach deiner Yogastunde dankbar?“ wird auch der Transfer der Erfahrung von der Yoga-Stunde in den Alltag angeregt und die Selbstreflexion gefördert. So kann das Bewusstsein dafür, was alles Gutes passiert ist, auch die Bereitschaft steigern, selbst Gutes zu tun. Einfach weil es gut tut.

Dies sind nur einige Anregungen meinerseits, um aufzuzeigen, dass der Yoga-Unterricht keiner Schablone folgen muss. Es gibt den Raum für Experimente und vor allem das Potenzial, aus dem individualistischen Yogaunterricht eine bewusste und bereichernde Gemeinschaftserfahrung zu machen. Doch Vorsicht: es kann immer Teilnehmerinnen oder Teilnehmer in einem Kurs geben, die sich für Gemeinschaft nicht so leicht öffnen können oder wollen. Erhebt man die bewusste Gemeinschaftserfahrung zum Zwang, fühlen sich diese Menschen unter Umständen ausgeschlossen oder unter Druck gesetzt. Dies gilt es in jedem Falle zu vermeiden und die Bedürfnisse aller Teilnehmenden zu respektieren – denn Druck und Zwang haben meiner Auffassung nach mit Yoga nichts gemeinsam. Vielleicht ergibt sich über die Zeit des Kurses ja doch die Bereitschaft, einige der Elemente in Abstufungen auszuprobieren, oder es werden ganz eigene kreative Ansätze und Lösungen gefunden.

Zusammenfassung

Hatha-Yoga-Unterricht im westlichen Kulturkreis geht meiner Erfahrung nach leider selten über den individualistischen Ansatz, der durch die Körperarbeit gewissermaßen vorgeschrieben scheint, hinaus. Dabei bleiben viele Potenziale ungenutzt, die sich ergeben, wenn mehrere Menschen in einem Raum zusammenzukommen, um mehr oder weniger bewusste spirituelle Entwicklungsarbeit zu machen. Schaut man einmal über den Hatha-Tellerrand hinaus und in die Philosophien und Methoden-Koffer der anderen Yoga Wege hinein, finden sich einige Inspirationen, die den Hatha-Yoga-Unterricht von einer Gruppen-Individualpraxis zu einer bewussten Gemeinschaftserfahrung führen können.

Während Hatha- Yoga, Kundalini-Yoga, Raja-Yoga und Jnana-Yoga in erster Linie Anleitungen für die individuelle spirituelle Entwicklung bereit halten, konnte ich im Karma-Yoga und Bhakti-Yoga Ansätze finden, die sich mit spiritueller Entwicklung im Kontext eines sozialen Gefüges beschäftigen. Insbesondere Padasevana-Bhakti, der „Dienst zu Füßen des Göttlichen“, lässt sich gut in den Hatha-Yoga-Unterricht übertragen, wenn er als liebevoller und achtsamer Dienst am Nächsten verstanden wird und ist weiterhin gut mit dem Ansatz des Karma-Yoga kombinierbar, welcher das selbstlose Handeln lehrt.

Der typische Aufbau einer westlichen Hatha-Yoga-Stunde bietet viele Anknüpfungspunkte, um Elemente des Karma- und Padasevana-Bhakti-Yoga zu integrieren. Die Einführung wechselnder Hilfsmittel-Beauftragter, ein Begrüßungs- und Abschiedsritual, spielerische Gruppen-Asana-Praxis, die Arbeit mit Spiegel-Asanas und der Raum für Dankbarkeit sind nur einige Beispiele für die kreative Verflechtung von Hatha-Yoga, Karma-Yoga und Bhakti-Yoga.

Ich möchte alle Leserinnen und Leser dieser Arbeit ermutigen, selbst kreative Wege zu finden, um das volle transformative Potenzial einer Hatha-Yoga-Stunde auszuschöpfen. Yoga-Unterricht kann mehr sein, als angeleitete Übung. Lassen wir Yoga-Unterricht den Raum sein, in dem Yoga in seiner Vielfalt erfahrbar wird.

Srī Gurubhyo Namaha Hari OM

Quellen

Feuerstein, Georg (2010): „Die Yoga Tradition. Geschichte, Literatur, Philosophie & Praxis“. Yoga Verlag: Wiggensbach.

Kuhr, Rudolf (2018): „Versuch zu einer Neu-Orientierung“.

Nach: https://www.wertesysteme.de/nuetzliche-infos/werte-modelle/humanistisches-werte-system/, zuletzt aufgerufen am 7.8.2020.

Radha, Swamini Sivananda (2006): „Kundalini Yoga für den Alltag. Verbindung mit dem Inneren Selbst“. Schirner Verlag: Darmstadt.

Saraswati, Swami Satyananda (2019): „Asana, Pranayama, Mudra, Bandha“. Ananda Verlag: Marktoberdorf.

Schuchart, Ulrich (2019): Inner Flow Yoga Handbuch. Nicht veröffentlicht.

Vishwananda, Paramahamsa Sri Swami (2017): „Just Love. Die Essenz von Allem Band 2“. Bhakti Marga Publications: Heidenrod-Springen.

YogaWiki (2019): „Yoga-Pfade“.

Nach: https://wiki.yoga-vidya.de/Yoga_Pfade, zuletzt aufgerufen am 6.8.2020

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